Trachom – Augenlicht bewahren

image008_schmalErblindung ist in 80 Prozent der Fälle weltweit vermeidbar. Eine der häufigsten Ursachen ist Trachom, eine bakterielle Augenentzündung. Sie kommt besonders in Regionen mit schlechter Trinkwasserversorgung und mangelnden hygienischen Verhältnissen vor. Die Übertragung findet z. B. durch verschmutzte Hände, aber auch durch Fliegen statt. Weltweit sind laut WHO 2,2 Mio. Menschen erkrankt, der größte Teil davon in Afrika südlich der Sahara. So auch in Kenia. Wird Trachom nicht behandelt, führt die Krankheit zur Erblindung der betroffenen Menschen.

Stigmatisierung und Ausgrenzung sind die Folge. Ausbildung und Erwerbstätigkeit werden unmöglich.

2016 konnte Amref Health Africa in Kenia zwei wichtige Trachom-Projekte umsetzen. Mit der finanziellen Unterstützung von WMF Barmherzigkeit e.V. wurde eine neue Augenklinik gebaut. Zusätzlich konnten Behandlungen, Operationen, Prävention und Aufklärung für bedürftige Menschen in Kajiado und Samburu County mit Hilfe von WMF Barmherzigkeit e.V. und Sanofi-Aventis Deutschland ermöglicht werden.

Die Projekte wurden mittlerweile erfolgreich abgeschlossen und zeigen wie die Lebenssituation der Menschen nachhaltig verbessert wird. Menschen, die aufgrund der Trachom-Erkrankung keine Chance auf Schul- und Ausbildung sowie Erwerbstätigkeit hatten, erhalten durch Behandlungen und Operationen im Rahmen der Outreach Visiten unmittelbar eine zweite Chance auf ein selbstständiges Leben. Mittel- und langfristig helfen Aufklärung, Ausbildung und der Bau einer Augenklinik dabei die Krankheit nachhaltig einzudämmen.

Was wir in Samburu und Kajiado (Kenia) konkret geleistet haben:

Augenklinik_Samburu_WMF_2016Die neue Augenklinik für rund 250.000 Menschen in Samburu County.

  • Bau der Augenklinik

Samburu ist eine besonders trockene und heiße Region Kenias. Wasserbezogene Krankheiten sind weit verbreitet. Die meisten Menschen haben keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung (84%), Sanitäreinrichtungen (80%) und sauberem Wasser (69%). Trachom tritt endemisch auf (besonders häufiges Auftreten in dieser Region). Die Möglichkeiten Trachom zu Behandeln und zu operieren, sind extrem eingeschränkt. Es gibt kaum medizinische Einrichtungen und die einzige Augenklinik für rund 250.000 Menschen ist in einem extrem schlechten Zustand. Deshalb wurde mit der Unterstützung von WMF Barmherzigkeit e.V. jetzt eine neue Augenklinik (Foto) gebaut, die jährlich rund 50.000 Patienten versorgen kann.

  • Outreach Visiten

Ein zentrales Element des Projektes war die Durchführung von mehrtägigen Outreach Visiten, die Behandlungen und Operationen von Trachom ermöglichen.

image020_schnittIch hatte große Angst, dass ich nach der Augenoperation ganz blind sein würde. Aber ich habe den Ärzten vertraut und wurde belohnt.

Während der Outreach Visiten wurde zusätzlich das lokale Personal trainiert (in den Bereichen Untersuchung, Behandlung und Operationstechniken) und es wurden Haus-zu-Haus Untersuchungen durchgeführt, um möglichst viele Menschen erreichen zu können. Die Hausbesuche helfen vor allem bei der frühzeitigen Diagnose und Behandlung.

  • Ausbildung

Zusätzlich wurden 40 Gesundheitshelfer und 140 Freiwillige in Prävention, Diagnose und Behandlung von Augenerkrankungen und der SAFE Strategie der WHO ausgebildet. S steht für Surgery, A für Antibiotics, F für facial cleanliness, und E für environmental change – Behandlungen, Operationen, Prävention sowie Hygieneaufklärung werden in einem ganzheitlichen Ansatz vereint. Die freiwilligen Gesundheitshelfer spielen für die frühzeitige Diagnose und Präventionsarbeit eine wichtige Schlüsselrolle, weil sie großes Vertrauen in den Gemeinden genießen und Angst sowie Vorurteile gegenüber der Schulmedizin abbauen können.

  • Aufklärung an Schulen
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“Talking walls” vermitteln wichtige Gesundheitsbotschaften

Insgesamt wurden “Health talks” in 4 Schulen in Kajiado und Samburu abgehalten. So wurden 2.500 Schüler erreicht, 30 Lehrer und 2.000 Gemeindemitglieder (Familien) zum Thema Prävention von Trachom durch Hygienemaßnahmen erreicht.