BOTSCHAFTERIN FÜR DIE ›ALTERNATIVE RITES OF PASSAGE‹
ARP-Botschafterin SHILUNI SHIRIM

_DSC0158_schnittShiluni Shirim ist eine stolze Massai! Sie lebt im Dorf Amboseli (Loitokitok, Kenia) und ist 13 Jahre alt – in diesem Alter wird an den meisten Massai-Mädchen die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) vollzogen, um den Übergang zur Frau zu markieren.

Doch Shiluni ist es gelungen, ihre Eltern von den negativen Folgen dieser Tradition und der Bedeutung einer guten Schulbildung zu überzeugen: »Ich habe meinen Eltern versprochen, dass ich Klassenbeste werde, wenn sie mich vor der Genitalverstümmelung bewahren.

Ich habe es geschafft, und meine Eltern haben mich im Gegenzug vor der Beschneidung geschützt, weil sie gemerkt haben, dass ich vielversprechende Schulnoten habe.«

Shiluni hat 2015 die Alternative Rites of Passage (ARP) durchlaufen und wurde so vor der schmerzhaften Beschneidung bewahrt. Sie erinnert sich besonders gerne an die Candle Night im Vorfeld der offiziellen Feierlichkeiten. Bei Kerzenschein kommen die Mädchen zusammen und wählen aus ihrer Gruppe das Mädchen mit der selbstbewusstesten Ausstrahlung und dem größten Wissen. Vorausgegangen war ein dreitägiges Training über die Rechte und Gesundheit der Mädchen. Shiluni ist sehr stolz, dass sie 2015 die Auszeichnung von den anderen Mädchen erhalten hat. Heute ist sie Botschafterin für die Alternativen Initiationsrituale von Amref Health Africa. Sie sagt

Ich wünsche mir eine Welt, in der alle Mädchen den Übergang ins Erwachsenenleben ohne Schmerzen und Leid erleben dürfen. Wir alle haben große Träume und eine Zukunft, auf die wir uns freuen. Ich habe Mädchen in meiner Gemeinde an den Folgen der Beschneidung sterben sehen. Für diese Mädchen und jene, die nach ihnen kommen, erhebe ich meine Stimme. Das ist meine Bestimmung.

Shilunis Geschichte soll uns daran erinnern, dass unzählige andere Mädchen durch die weibliche Genitalverstümmelung um ihre Chance auf ein selbstbestimmtes, würdevolles Leben gebracht werden. Aber die Geschichte gibt auch Hoffnung, dass man mit dem richtigen gemeindebasierten Ansatz die Gesundheit der Mädchen nachhaltig schützen kann.

»Ich habe zwei große Träume,« sagt Shiluni. »Einer ist eine Welt ohne Gewalt gegen junge Frauen und der andere ist, eines Tages die erste Präsidentin Kenias zu werden. Beide Träume mögen unerreichbar erscheinen,  aber ich glaube daran, dass alles möglich ist.«