Hilfe im Südsudan
Integrierter Ansatz: Wasser, Gesundheit, Ernährung

Handing over Veg seedsDas jüngste Land der Welt, der Südsudan, kommt auch nach seiner Unabhängigkeit und der Unterzeichnung eines Friedensabkommens im Jahr 2015 nicht zu Ruhe. Immer wieder zerrütten blutige Auseinandersetzungen den jungen Staat. Leidtragend ist dabei vor allem die Zivilbevölkerung. 2,3 Millionen Menschen aus dem Südsudan befinden sich auf der Flucht – über die Hälfte von ihnen flieht in weniger umkämpfte Gebiete innerhalb des Landes. Und die Zahlen steigen weiter, denn erst im Juli 2016 ist der schwelende Konflikt erneut ausgebrochen.

Die Dörfer und Gemeinden, die Flüchtlinge aufnehmen, geraten immer mehr an ihre Grenzen.

Die Menschen – geschwächt durch Flucht und Hunger – haben weder Zugang zu medizinischer Versorgung oder dringend benötigtem sauberen Wasser, noch sind sie in der Lage ihre Familien mit Nahrung zu versorgen. Darüber hinaus sind viele der Millionen von Flüchtlingen mangel- und unterernährt, denn die Infrastruktur des Landes ist so sehr zerstört, dass kaum noch Lebensmittel in die entlegenen Dörfer gelangen. Es fehlt außerdem an Saatgut und der Getreidepreis hat sich binnen eines Jahres verfünffacht.

Es sind vor allem diese drängenden Probleme, die das Leben von Menschen akut in Gefahr bringen und die Amref Health Africa in Maridi und Ibba jetzt angeht.* Wichtigstes und oberstes Ziel ist die Versorgung der Menschen mit sauberem Trinkwasser sowie die Verbesserung der Basisgesundheitsversorgung und des Ernährungszustandes.

Dabei sind es vor allen Dingen Frauen und Kinder, die von den Maßnahmen profitieren sollen, machen sie doch den Großteil der Flüchtlinge aus.

Weil vor allem schwangere Frauen und Kleinkinder bei Mangel- und Unterernährung besonders gefährdet sind, haben die Bekämpfung der Mangelernährung sowie die Senkung der Mutter-Kind-Sterblichkeit Vorrang in unserer Arbeit.

Gleichzeitig setzt Amref Health Africa auf die sinnvolle Verbindung verschiedener Ansätze, um auch nachhaltig positive Veränderungen zu bewirken: Bauerngruppen werden im Anbau dürreresistenter Pflanzen ausgebildet und bekommen Saatgut zur Verfügung gestellt, Schulgärten werden angelegt, Hebammen, Gesundheitshelfer und Krankenschwestern aus- und weitergebildet, Aufklärung betrieben sowie Wasserquellen gebaut bzw. instandgesetzt.

So werden Lebensbedingungen geschaffen, die eine selbstständige und nachhaltige Entwicklung möglich machen.  Außerdem können mit den benachbarten Dörfern der Erfahrungsaustausch und die Weitergabe von Wissen angestoßen werden.

Langfristig sollen dann, mit der Verbesserung der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Situation vor Ort, Perspektiven für die lokale Bevölkerung geschaffen und Abwanderung verhindert werden.

Dabei verfügen die ausgewählten Projektgebiete in Maridi und Ibba über gute Voraussetzungen für die Umsetzung nachhaltiger Veränderungen.

Die Gemeindestrukturen sind über lange Zeit gewachsen und Amref Health Africa genießt durch die kontinuierliche Aktivität in den Regionen Vertrauen und Ansehen.

*Mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und von Privatspenden.