KENIA, REGION WEST-TURKANA:
Sauberes Wasser rettet Leben in Kenia

P1060127_schmal
Im Nordwesten Kenias, an der Grenze zum Südsudan, liegt die Region Turkana. Kleinbauern und Hirten leben hier „Tür an Tür“ mit Flüchtlingen, die vor den Konflikten im Südsudan und in Somalia geflohen sind. Turkana West ist eine trockene, heiße und staubige Region, die oft von Dürren heimgesucht wird. Die Flüchtlinge im Flüchtlingscamp Kakuma werden mit Nahrungsmittel-Paketen sowie Wasser der internationalen Gemeinschaft versorgt. Doch die ortsansässige Bevölkerung außerhalb des Camps, vor allem Kleinbauern, erhält keine Unterstützung und leidet unter den Folgen jahrelanger Dürre. Die Menschen haben kaum Zugang zu Basisgesundheitsversorgung (84%), Sanitäreinrichtungen (80%) und sauberem Wasser (69%). 95 Prozent leben unter der Grenze zur absoluten Armut – sie haben weniger als einen US-Dollar täglich zum Leben.

DAS GRÖSSTE LEID: UNTERERNÄHRUNG UND WASSERMANGEL

Seit August 2014 leistet Amref Health Africa in Krankenstationen der Region Turkana West und im Kakuma Mission Hospital medizinische Hilfe. Dabei haben unsere Ärzte vor Ort festgestellt: Unterernährung und wasserbezogene Krankheiten sind eine sehr häufige Diagnose. Vor allem Kinder und Frauen leiden unter Mangelkrankheiten, die durch Hunger und verschmutztes Trinkwasser ausgelöst werden.

Um diesem Missstand entgegenzuwirken, hat Amref Health Africa ein Projekt ins Leben gerufen, das die Wasserversorgung sowie Ernährung der Kinder und ihrer Familien in den Dörfern nachhaltig verbessert.

Mädchen, Jungen und Mütter lernen, wie sie mit geeignetem Saatgut kleine, sparsam bewässerte Felder für Obst und Gemüse anlegen („Kitchen Gardens“). So kommen wichtige Vitamine und Mikronährstoffe auf den Speiseplan der Familien. Zusammen mit der Versorgung durch sauberes Wasser führt dies auch dazu, dass die Kinder seltener krankheitsbedingt in der Schule fehlen.

DIE BEDEUTUNG VON SAUBEREM WASSER

Wasserbezogene Krankheiten, wie Cholera und Durchfall, zählen noch immer zu den Haupttodesursachen in Afrika: Jede Stunde sterben 115 Menschen an Krankheiten, die durch unzureichende Hygienestandards und verunreinigtes Wasser hervorgerufen werden.
Um wasserbezogenen Krankheiten vorzubeugen, ist es auch in Turkana West nötig, zusätzliche funktionsfähige Wasserquellen zu schaffen. Die derzeit vorhandenen Wasserstellen reichen nicht für eine Basisversorgung aus. Dabei sind die Menschen extrem abhängig von funktionierenden Wasserstellen – sowohl für die Versorgung ihrer Familien mit sauberem Wasser, als auch für die Sicherung ihrer Lebensgrundlagen (Viehhaltung und Anbau von Nutzpflanzen). Die Menschen müssen lange Wege auf sich nehmen, um überhaupt an Trinkwasser zu kommen (im Durchschnitt 5,5 km). Meist ist dies die Aufgabe der Frauen und Kinder, denen hierdurch die Zeit für den Schulbesuch und Erwerbstätigkeit fehlt. Zusätzlich bedroht aktuell eine erwartete Dürre die Versorgung der Menschen mit Wasser.

IMG-20170119-WA0005_KitchenGarden braucht dringend Wasser

Kitchen Garden, der dank des Projektes in Zukunft wieder bewirtschaftet werden kann.

WARUM GERADE JETZT DRINGEND HILFE BENÖTIGT WIRD
In Turkana West ist die Situation besonders dringlich, da es in der letzten Regenzeit (November/Dezember 2016) zu trocken blieb und sich die offenen Wasserstellen nicht ausreichend füllen konnten. Der Andrang an Borlöchern ist deshalb deutlich gestiegen und der Zugang zu funktionierenden Bohrlöchern wird für die Bevölkerung in den kommenden Monaten überlebenswichtig. Wenn kein neuer Regen kommt, steht eine Dürre bevor.

DSC_0133_Begünstigte_schnGESUNDHEIT FÜR AFRIKA E.V.: SAUBERES WASSER FÜR 4.000 MENSCHEN
Mit der finanziellen Unterstützung durch Gesundheit für Afrika e.V. planen wir die Rehabilitation von 2 Wasserstellen in Turkana West. Diese versorgen nicht nur die ansässige Bevölkerung mit Trinkwasser, sondern zusätzlich die „Kitchen Gardens“, kleine lokale Gesundheitseinrichtungen sowie eine Schule. Zusätzlich gibt es Trainings in den Bereichen Nutzung und Wartung, um die Nachhaltigkeit des Projektes zu gewährleisten.